Reichs- und Staatswappen

1804 Großes Wappen des Kaisertums Österreich

Kommentar:

Das große Wappen enthält nicht mehr die Wappen der inzwischen abgetretenen Provinzen sondern wurde vermehrt um die dafür erhaltenen Länder der Primo-, Sekundo- und Tertiogenituren sowie um die Wappen von Venedig, Salzburg, Breisgau, Lindau, Rothenfels, Blumeneck und Hofen. Die Wappen der alten ganz weggefallenen Titel, wie z.B. Namur, Blankenburg, Falkenstein, Voudemont wurden entfernt, hinzugekommen sind jene der Grafschaften Montfort, Bregenz und Hohenems.

Blasonierung:

Das große Wappen besteht aus dem großen deutschen Rückenschild, einem Mittelschild, einem Herzschild und vier Nebenmittelschilden. Die Deutsche Reichskrone befindet sich über dem Rückenschild, die stilisierte österreichische Kaiserkrone über dem Hauptschild.

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1804 Mittleres Wappen des Kaisertums Österreich

Kommentar:

Beim mittleren Wappen wurde analog dem kleinen vorgegangen. Das Charakteristikum der übereinander gestapelten Kronen wurde beibehalten, ebenso der alleinige rot-weiß-rote Bindenschild auf dem Herzschild des Adlers. Den ausgebreiteten Flügeln wurden die Wappen der österreichischen Erbländer aufgelegt.

Blasonierung:

Ein schwarzer zweiköpfiger und nimbierter Adler mit goldenen Schnäbeln und heraus geschlagenen roten Zungen, im rechten Fang Szepter und Schwert, im linken den kaiserlichen Reichsapfel haltend, über beiden Köpfen schwebend die Deutsche Reichskrone. Über dem Mittelschild ruht die österreichische Kaiserkrone (habsburgische Hauskrone). Im goldenen Mittelschild schwebt ein schwarzer zweiköpfiger und zweigekrönter Adler mit goldenen Schnäbeln und heraus ragenden roten Zungen, im rechten Fang ein Schwert, im linken den kaiserlichen Reichsapfel. Der auf die Brust des Adlers gelegte Herzschild enthält den rot-weiß-roten Bindenschild. Der Mittelschild wird von der Ordenskette vom goldenen Vlies und mit dem Band des Maria-Theresien-Ordens umgeben. Die beiden ausgebreiteten Adlerflügel sind zweimal halbkreisförmig mit den Wappen belegt, rechts von Ungarn, Galizien, Venedig, Siebenbürgen, Mähren/ Schlesien; links von Böhmen, Österreich unter der Enns, Salzburg, Steiermark, Kärnten, Tirol und Schwaben.

1804 Kleines Wappen des Kaisertums Österreich

Kommentar:

Mit der Proklamation des Kaisertums Österreich am 11. August 1804 erhielten die bis dahin nur in der Person des Landesfürsten zusammengehaltenen österreichischen Erbländer auch eine staatsrechtliche Klammer. Gleichzeitig bestand jedoch noch das Heilige Römische Reich deutscher Nation parallel weiter. Seinen bildlichen Ausdruck fand dieses doppelte Kaisertum in den neu gestalteten Wappen mit den beiden ineinander geschachtelten Doppeladlern und den übereinander gestellten beiden Kronen, der deutschen bzw. ottonischen Reichskrone und der österreichischen Reichskrone (habsburgische Hauskrone/1602). Dazu kam der erstmals als Gesamtstaatssymbol verwendete rot-weiß-rote Bindenschild.

Blasonierung:

Ein schwarzer zweiköpfiger und nimbierter Adler mit goldenen Schnäbeln und heraus geschlagenen roten Zungen, im rechten Fang Szepter und Schwert, im linken den kaiserlichen Reichsapfel haltend, über beiden Köpfen schwebend die Deutsche Reichskrone. Über dem Mittelschild ruht die stilisierte österreichische Kaiserkrone (habsburgische Hauskrone). Im goldenen Mittelschild schwebt ein schwarzer zweiköpfiger und zweigekrönter Adler mit goldenen Schnäbeln und heraus ragenden roten Zungen, im rechten Fang ein Schwert, im linken den kaiserlichen Reichsapfel. Der auf die Brust des Adlers gelegte Herzschild enthält den rot-weiß-roten Bindenschild. Der Mittelschild wird von der Ordenskette vom goldenen Vlies und mit dem Band des Maria-Theresien-Ordens umgeben.

1806 Großes Wappen des Kaisertums Österreich

Kommentar:

Beim großen Wappen wurde analog zum kleineren und mittleren die österreichische Kaiserkrone an die Stelle der deutschen Reichskrone gestellt. Beim großen Wappen wurden die Wappen der abgetretenen Provinzen weggelassen und die Wappen der Sekundo- und Tertiogenituren des Hauses Habsburg neu aufgenommen.
Aufgegeben wurden die Wappen folgender Besitzungen: Schwaben, Eichstätt, Passau, Brixen, Lindau, Tirol, Breisgau, Ortenau, Montfort, Hohenems, Ober- und Niederhohenberg, Bregenz, Sonnenberg, Rothenfels, Blumeneck, Hofen, Verona, Vicenza und Padua. Neu aufgenommen wurden: Würzburg und Franken sowie der deutsche Ritterorden. An Stelle des alleinigen Bindenschildes wurde wie bei den anderen Wappenkategorien erstmals das genealogische Wappen des Hauses Habsburg verwendet. Die spanischen und lothringischen Anspruchswappen wurden beibehalten, die Wappen der galizischen Länder breit gefächert. Neben Galizien und Lodomerien wurden auch: Krakau als Großherzogtum, dann Masowien, Sandomir, Wolhynien, Auschwitz, Lublin, Zator, Podlachien und Brzesz dargestellt.

Blasonierung:

Im großen Rückenschild, der von zwei Greifen gehalten wird und der mit der österreichischen Kaiserkrone bedeckt ist, befindet sich der österreichisch-kaiserliche schwarze, zweiköpfige Adler im goldenen Feld. Auf seiner Brust ruht der Hauptschild, der in einen Mittelschild und vier Nebenmittelschilden unterteilt ist. Der Mittelschild enthält das genealogische Wappen des Hauses Österreich: zweimal von Habsburg, Österreich und Lothringen gespalten. In den vier Nebenmittelschilden des Hauptschildes sind die Königreiche Ungarn, Böhmen, Galizien und das Erzherzogtum Österreich dargestellt.

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