Besuchen Sie uns!

Öffnungszeiten der Bibliothek
jeden Mittwoch von 17-19 Uhr

Universitätsstraße 6/9b
A-1096 Wien, Austria
Tel.: (+ 43 1) 409 25 78
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Login Form

Aktuell sind 7 Gäste und keine Mitglieder online

Dr. Georg Frölichsthal (Wien)
Vortrag vor dem Deutschen Adelsrechtsausschuß am 13. September 1997


Rechtliche Aspekte und Organisation

1. Einleitung - Begriff des österreichischen Adels

Vor der Befassung mit dem vorliegenden Thema ist eine nicht ganz leichte Frage zu klären: Was ist der österreichische Adel, oder anders: wer gehört dem österreichischen Adel an? Ausgehend vom österreichischen Adelsrecht im Jahre 1918 wäre darunter der gesamte Adel der im Reichsrat vertretenen Länder, also der österreichischen Hälfte der Doppelmonarchie, zu verstehen. Denkt man aber daran, daß Teile der österreichischen Reichshälfte heute zu Polen oder zur Ukraine gehören, dann kann man die Betreffenden schon aus sonstigen historischen Gründen wohl nur schwer zum österreichischen Adel zählen. Ein entgegengesetztes Beispiel sind Familien aus ehemaligen Kronländern, die heute noch zu Österreich gehören, von denen Teile aber anderen Staaten zugeschlagen worden sind: soll eine Familie, die ihren Ursprung in Südtirol oder der ehemaligen Untersteiermark - heute Teil Sloweniens - hat, plötzlich nicht mehr dem österreichischen Adel angehören? Eine weitere Schwierigkeit bietet das Burgenland, das immer Teil Ungarns war und erst 1920 zu Österreich gekommen ist: burgenländische Familien gehören korrekterweise dem ungarischen Adel an.

Für mein Thema habe ich die zwar anfechtbare aber simple Lösung gewählt, diejenigen Personen als Teil des österreichischen Adels zu betrachten, die adelig sind und die österreichische Staatsbürgerschaft besitzen, denn nur auf diese hat sich das Adelsaufhebungsgesetz ausgewirkt. Wie Sie am Ende meines Vortrags bei der Vorstellung einiger weniger Repräsentanten des österreichischen Adels sehen werden, kommt dabei historisch gesehen eine sehr bunte Mischung heraus.

Weiterlesen: Der österreichische Adel seit 1918

Dr. Georg Frölichsthal (Wien)

Dieser Artikel erschien zuerst als Aufsatz in den St. Johanns Club Nachricten und im Deutschen Adelsblatt


Im Hochmittelalter war es üblich, daß jedes Fürstenhaus Ämter zur Besorgung der Haushaltung hatte; die ursprünglichen vier Hofämter waren Truchseß, Kämmerer, Schenk und Marschall. Im Laufe der Zeit stiegen die damit betrauten ursprünglich Unfreien in Macht und Ansehen; sie behielten zwar Titel und Würden, mit der Arbeit wurden aber untergeordnete Organe betraut. Die Dienste erlangten den Charakter von Ehrendiensten und wurden schließlich nur noch bei besonders feierlichen Anlässen wie Erbhuldigungen ausgeübt. Weiters lösten sich die Hofämter nach und nach von der Person des Fürsten und verwandelten sich in Landes-Erbämter, die lehenbar wurden. Meist war eine Familie zur gesamten Hand belehnt, die Würde ging üblicherweise im Wege der Primogenitur vom Vater auf den ältesten Sohn über. Die Anzahl der Landes-Erbämter wurde – auch zur Belohnung verdienter Familien – immer mehr erhöht; am meisten gab es in Österreich ob und unter der Enns (je 17; als letztes wurde das Oberst-Erbtürhüteramt für Österreich ob der Enns erst von Kaiserin Maria Theresia geschaffen). Die Lehen durften ausschließlich an inländische ständische Familien verliehen werden.

Weiterlesen: Die Landes-Erbämter in den österreichischen Kronländern

 

 

Österreich ob der Enns

Österreich unter der Enns

Steiermark

Kärnten

Krain

Görz und Gradisca (1808)

Tirol

Salzburg

Böhmen

Falkenmeister

Gfen v. Thürheim

Gfen v. St. Julien

Frhrn v. Waidmannsdorff

Frhrn v. Ottenfels-Gschwind

Gfen v. Lanthieri

Gfen v. Cobenzl

Frhrn v. Sternbach

--------------------

--------------------

Hofkaplan

Propst des Chorherrenstiftes St. Florian

Propst des Chorherrenstiftes Klosterneuburg

--------------------

--------------------

--------------------

--------------------

--------------------

--------------------

--------------------

Hofmeister

Gfen v. Ungnad-Weißenwolff

Gfen v. Khevenhüller-Metsch

Gfen v. Trauttmansdorff

Fsten u. Gfen v. Orsini u. Rosenberg

Gfen v. Thurn u. Valsassina

Fsten Porcia

Trapp Gfen v. Matsch

--------------------

Fsten u. Gfen Kinsky

Jägermeister

Fsten u. Gfen v. Lamberg

Gfen v. Baudissin-Zinzendorf-Pottendorf

Fsten u. Grafen v. Dietrichstein

Gfen v. Platz

Gfen u. Herren v. Gallenberg

Gfen v. Strassoldo

Gfen v. Thun (Zweig Castel Fondo)

--------------------

--------------------

Kämmerer

Fsten u. Gfen v. Lamberg

Gfen v. Breuner-Enckevoirth

Gfen v. Attems

Gfen v. Herberstein

Fsten u. Gfen v. Auersperg

Gfen v. Breuner

Frhrn v. Cles

Nach 1815 keine Neubelehnung erfolgt

--------------------

Küchenmeister

Frhrn v. Stiebar

Frhrn v. Stiebar

Gfen v. Wurmbrand

Gfen v. Seilern

Frhrn v. Wolkens-
perg

Gfen v. Perlas

Gfen v. Welsperg

--------------------

Gfen Wratislaw v. Mitrowitz

Marschall

Fsten u. Gfen v. Starhemberg

Fsten u. Gfen v. Starhemberg

Vacat

Gfen v. Wagensperg

Fsten u. Gfen v. Auersperg

Gfen v. Thurn u. Valsassina

Fsten v. Auersperg

Gfen v. Lodron

--------------------

Mundschenk

Gfen Barth v. Barthenheim

Gfen v. Hardegg

Gfen v. Stubenberg

Fsten u. Gfen v. Dietrichstein

Gfen Coronini v. Cronberg

Vacat

Gfen zu Spaur

Gfen v. Küenburg

Gfen Czernin v. Chudenitz

Münzmeister

Gfen v. Pergen

Gfen v. Pergen

--------------------

--------------------

--------------------

--------------------

--------------------

--------------------

--------------------

Panier

(OÖ u. NÖ:

Panier und Fähnrich)

Gfen v. Abensperg u. Traun

Gfen v. Abensperg u. Traun

--------------------

--------------------

--------------------

--------------------

--------------------

--------------------

a) Herrenstand: Gfen Chorinsky

b) Ritterstand: Frhrn
v. Woržikowsky

Schatzmeister

--------------------

--------------------

--------------------

--------------------

--------------------

--------------------

--------------------

 

Fsten v. Lobkowicz

Silberkämmerer

Gfen v. Kuefstein

Gfen v. Kuefstein

Gfen v. Wickenburg

--------------------

Frhrn v. Erberg

--------------------

Gfen zu Brandis

--------------------

Altgfen v. Salm-Reifferscheidt

Stäbelmeister

Gfen v. Fuchs

Gfen v. Fuchs

Frhrn v. Mandell

Gfen v. Goess

Frhrn v. Egkh zum Hungerspach

Gfen v. Stürgkh

Gfen v. Welsperg

--------------------

--------------------

Stallmeister

Gfen v. Harrach

Gfen v. Harrach

Fsten u. Gfen v. Windisch-Graetz

Vacat

Fsten u. Gfen v. Lamberg

Vacat

Gfen v. Wolkenstein

--------------------

--------------------

Truchseß

Gfen v. Schönborn-Buchheim

Gfen v. Schönborn-Buchheim

Gfen v. Hardegg

Gfen v. Herberstein

Gfen v. Hohenwarth

Gfen v. Cobenzl

Gfen v. Künigl

Fsten u. Gfen v. Lamberg

Fsten u. Gfen v. Colloredo

Türhüter

Gfen v. Chotek

Gfen v. Chotek

--------------------

--------------------

--------------------

--------------------

--------------------

--------------------

Frhrn v. Mladota

Vorschneider (OÖ u. NÖ: Schildträger, Kampfrichter u. V.)

Gfen v. Althann

Gfen v. Althann

Frhrn v. Hammer-
Purgstall

Gfen v. Stürgkh

Vacat

--------------------

Gfen v. Wolkenstein

--------------------

Gfen v. Waldstein-Wartenberg

 

Georg Frölichsthal