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Gustav Klimt wurde am 14. Juli 1862 in Baumgarten bei Wien (heute 14. Bezirk, Linzerstraße 247 - Haus wurde 1968 abgerissen) geboren. Im Alter von nur 55 Jahren erlitt er 1918 einen Schlaganfall, der seine rechte Körperhälfte lähmte. Kurz darauf am 6. Februar 1918 starb er im Wiener Allgemeinen Krankenhaus (9. Bezirk) an einer Lungenentzündung. Seine letzte Wohnadresse war: 7. Bezirk, Westbahnstraße 36 (siehe Verzeichnis der Verstorbenen, 13. Februar 1918). Begraben wurde er am Friedhof Wien-Hietzing, Gruppe V, Nr. 194 am 9. Februar 1918. Er war nicht verheiratet, hatte aber mehrere Kinder (14?), u.a. mit Maria Ucicka und Maria Zimmermann, die er auch gerne malte (Aktbilder).

Er war akademischer Maler und als Vertreter des Wiener Jugendstils gehörte er zu den von Makart beeinflussten Meistern der Wiener Sezession, dessen Mitbegründer und erster Präsident er 1897 war.

Mit 14 begann er als Schüler Laufbergers im Kunstgewerbe (1867-1883) und malte 1882 mit seinem am 10. Dezember 1892 verstorbenen Bruder Ernst im Reichenberger Theater Vorhang- und Deckenbilder, 1883 im Schloss Telesch bei Sinaia für die rumänische Königsfamilie Gobelins und Ahnenbilder, später Deckengemälde in Fiume und Karlsbad im dortigen Theater. Berühmt wurde er durch seine mit seinem Bruder und seinem Freund Franz Matsch gestalteten Deckenbilder im Wiener k&k Hof-Burgtheater und im Kunsthistorischen Museum, wofür er in der Folge mit dem Kaiserpreis ausgezeichnet wurde. Als er aber Deckengemälde für die Aula der Wiener Universität in einem ganz neuen Stil malte, wendete man sich von ihm ab. Die Ernennung zum Professor an der Akademie scheiterte am Einspruch Erzherzog Franz Ferdinands.

Etwas verbittert schrieb er an Otto Wagner: "Du wirst die Wände nicht bauen dürfen, die ich mit meinen Fresken nicht werde schmücken dürfen."

Seine Arbeiten führten ihn 1906 nach Belgien und England, 1909 nach Paris und 1911 nach Rom. Erst lange nach seinem Tod erkennt die Nachwelt seinen einzigartigen Rang.

Seine Adressen:

Markarts Atelier befand sich in der Gußhausstraße. 1881 starb sein geliebter Lehrmeister Laufberger. Ernst, Gustav und Matsch mieteten nach Laufbergers Tod ein Atelier in der Landwirtgasse. Matsch's Atelier befand sich später auf der Hohen Warte.

Klimts Gartenatelier befand sich später in der Josefstädterstraße 21. Als der Komplex dieser Häuser 1911 demoliert wurde, musste sich Klimt von seinem versteckten Häuschen, in welchem er so viele Jahre Freud' und Leid erlebte, trennen und zog in ein ebenerdiges alleinstehendes Haus an der Feldmühlgasse in Hietzing. Nach 1905 übersiedelte er aus dem Stadtatelier in ein Gartenhaus nach Ober St. Veit, nahe dem ländlichen Bezirk Baumgarten, wo er geboren wurde. Gleichzeitig legte er sein Präsidentschaftsamt der Sezession nieder.

Über seine Familie:

Sein Vater, Ernst Klimt, war Goldgraveur (Ziseleur) in Wien VII. Er wurde am 9. Februar 1834 in Prag geboren und starb am 13. Juli 1892, 1 Tag vor dem 30. Geburtstag seines Sohnes Gustav.

Seine Mutter, Anna Rosalia Finster, wurde am 27. Jänner 1836 in Margareten bei Wien (heute 5. Bezirk) geboren. Geheiratet hat sie am 17. Juli 1860 in Baumgarten bei Wien (heute 14. Bezirk). Sie hatte 7 gemeinsame Kinder (Klara Anna 1860-1937, Gustav 1862-1918, Ernst 1864-1892, Hermine Franziska 1865-1938 - Parte beim ADLER, Georg 1867-1931, Anna 1869-1874, Johanna 1873-1930). Am 6. Februar 1915 starb sie in Wien VII. In der Partensammlung des ADLER befindet sich ein Zeitungsausschnitt von der Todesanzeige:

"Gustav Klimt gibt allen Freunden und Bekannten Nachricht, dass seine Mutter, Frau Anna Klimt geb. Finster Samstag den 6. Februar 1915 nach schmerzlichsten Leiden im 80. Lebensjahr sanft verschieden ist. Im Sinne der Verblichenen findet das Begräbnis in aller Stille unter Beteiligung des engeren Familienkreises auf dem Baumgartner Friedhofe statt. Wien, am 8. Februar 1915."

(Was auffällt: die Häufigkeit der Monate Juli und Februar im Leben Gustavs und seiner Eltern. Er starb am gleichen Tag wie seine Mutter, nur 3 Jahre später. Sein Vater heiratete im Juli und starb im Juli zu Gustav's Geburtstag. Viele seiner Vorfahren haben im Februar geheiratet oder sind im Februar gestorben, wie Franz Finster, Egid Ott, Johann Ott, Gregor Höller, Georg Autheriedt, usw. - Zufall?)

Die Vorfahren sind von Heinz Schöny (†) in den "Wiener Künstler-Ahnen". Genealogische Daten und Ahnenlisten Wiener Maler 3. Band Jugendstil. Selbstverlag ADLER (1987). Seite 22-32. ADLER-Signatur W-6131.3" veröffentlicht worden.

Die Familie Klimt (Klim) hat ihre Ursprünge in Drabschitz. Matthias Klim war um 1774 Häusler in Drabschitz 16 (*1). Dessen Enkelkind Josef (Vater war Wenzel) kam um 1840 nach Wien (zuletzt Linzerstraße 265).

Über seinen Tod:

Als er in der Totenkammer des Wiener Allgemeinen Krankenhauses aufgebahrt lag, zeichnete Egon Schiele inmitten zahlreicher Leichname dreimal den Kopf des verblichenen geliebten Meisters und Freundes.

Und was tat Wien? (Quelle: "Presse" vom 5.April 1969 - auszugsweise) "Das letzte Hietzinger Atelier wurde 1918 nach seinem Tod aufgelöst und zu Wohnungen umgestaltet. Die an ihn gerichtete Korrespondenz wurde verbrannt. Und Flammen zerstörten auch seine Hauptwerke und seine Wohnung mit dort verwahrten, unphotographierten Skizzenbüchern - vermutlich 50 - mitsamt seiner kostbaren Sammlung ostasiatischer Kostüme. Sein Geburtshaus wurde 1967, genau ein Jahr vor seinem 50. Todestag, abgerissen, um einer Straßenerweiterung Platz zu machen. Sein Grab in Hietzing wurde im gleichen Jahr von der Friedhofsverwaltung entweiht, in dem sie das Grab umgestaltete, um Platz für neue Gräber zu finden. Dann wurde eine unbedeutende Gasse im 13. Bezirk mit seinem Namen versehen. Im Burgtheater findet sich kein Hinweis auf seine Arbeiten. Ebensowenig im Kunsthistorischen Museum."

Es ist halt nicht leicht, in Wien ein Künstler zu sein...


*1) Drabschitz (Trabschitz; Travčice), Dorf im Bezirk Leitmeritz, Böhmen, Tschechien.